Sibylle Mayr

6 Rundbau Gerauer

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Ausgehend von den Schienen der Deutschen Bahn, entspringt ein aus goldenem Faden gehäkeltes Band.
Dieses führt zu den Bahngebäuden aus den 20er Jahren, dem sogenannten Jerusalem, inzwischen einem zentralen Ort der muslimischen Einwohnerschaft des Viertels (neben Wohnungen befinden sich dort ein türkischer Lebensmittelladen und ein Gebetsraum), doch schon früher Wohnort zugereister Arbeiter anderer Herkunft und Glaubensrichtungen.
Dort wird es zu einem verzweigten Wegenetz, das teilweise in Wohnräume über Fenster einzudringen scheint und sich schließlich auf der Rückseite des rechten Gebäudes in organische Zuläufe verwandelt, um in ein Herz zu münden.

Das Herz als Knotenpunkt der Adern und als eine Art Kompass der Lebenswege beschreibt nur eine Ebene des Gedankenhintergrunds. Wichtig ist es vor allem als kulturgeschichtliches Symbol: neben dem christlichen Verständnis des Herzens als Sitz der Religiosität findet es in der Mystik des Islams, im Sufismus seine zentrale Bedeutung in einer Art religionsübergreifenden Urform von Liebe und Toleranz.

 

Sibylle Mayr


1968 geboren in Wiesbaden
1989-93 Studium Plastik bei Prof. Spemann, Frankfurt/M.
seit 1994 Ausstellungen, Projekte, Aufträge
Sibylle Mayr beschäftigt sich in ihren Arbeiten der letzten Jahre mit der formalen Dopplung organischer Phänomene in der Natur. Das Häkeln bestimmt schon seit längerem ihr künstlerisches Schaffen.
Erst in diesem Jahr benutzt sie goldene Fäden.
Neben ihrer aktuellen Arbeit "Die einzigartige Entdeckung des Glücksschwamms" geht sie Lebenswegen nach, die sie in goldene Vliese übersetzt.

www.sibylle-mayr.de
 
 

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