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Die
gangart 2006 ist zu Ende.
Die
gangart 2008 wird kommen.
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Jetzt sind die Installationen wieder abgebaut. Die
großen und kleinen Eingriffe ins Öffentliche. Dann
stehen die Leerstände wieder leer, damit der
Beutel dieser oder jener voller werde.
Was bleibt, sind die Eindrücke. Die Anstöße. Die
inneren Bilder. Die verrückten Wahrnehmungen im
immer Gleichen.
À la longue nur wird das wirken. Aber wirken wird
es. Das ist genug. Ich bin gewiss: Auch diesem
Kokon wird ein wunderschöner, leicht
dahinschwebender Schmetterling entschlüpfen.
Fast alle der an der gangart 2006 beteiligten
Künstler/innen haben einen respektablen Einsatz
und ein beachtliches Engagement gezeigt. Waren
bereit zum Gespräch mit der Bevölkerung und offen
für den, auch kritischen, Dialog untereinander.
Dafür danke ich allen Beteiligten ganz herzlich.
Wir, als Organisatoren, haben getan, was wir
konnten, um Ihnen, den Künstler/inne/n ihre Arbeit
zu ermöglichen. Wir zahlen auch, was wir können.
Sie, die Künstler/innen werden davon nicht reich.
Aber auch nicht ärmer. Immerhin haben wir, im
Vergleich zur ersten gangart 2002, das Honorar
verdoppelt.
Lassen Sie mich an dieser Stelle nochmals allen
danken. Den Ehrenamtlichen, in und außerhalb
unseres Vereins, den Spender/innen, Sponsor/innen,
denen also, die bis dato gegeben. Denen, die noch
nichts gegeben, sage ich: Es fehlt noch einiges.
Bitte, lasst uns nicht hängen. Dank auch an die
Institutionen und Firmen: Die Gemeinde
Bischofsheim, den Kreis Groß-Gerau, die
Nassauische Heimstätte, die Deutsche Bahn, die
Deutsche Annington, die
Wohnungsprivatisierungsfirma Alt und Kelber, die
Baugesellschaft Ried, die Kreissparkasse
Groß-Gerau, ohne die wir keinen Zugang zu den
Leerstands-Gebäuden gehabt hätten.
Das ist alles gut, sehr gut weiter gegangen. Und
es wird weiter gehen. Besonders freue ich mich,
dass ein 2002 schon gestecktes Ziel endlich
erreicht ist: Zum ersten Mal können wir dieses
Jahr den Bischofsheimer Kunstpreis der gangart
verleihen. Dank der Volksbank Mainspitze und dem
Lions Club, die den Grundstock gelegt haben und
alle zwei Jahre wieder legen werden. 1300 € können
wir dies Jahr als Preisgeld ausschütten. 2000 €
streben wir an und werden wir im nächsten Lauf
erreichen.
Die Entscheidung, wer den Preis bekommen sollte,
war nicht leicht, ist aber doch klar und
überzeugend ausgefallen. Der Jury gehörten an: Dr.
Isolde Schmidt, Kunsthistorikerin aus Wiesbaden,
Prof. Dr. Wolf Spemann, Hochschullehrer und
Bildhauer, Wiesbaden und Prof. Dr. Wolfgang
Schneider, Hochschullehrer, Bischofsheim /
Hildesheim. Neben diesen drei Fachleuten haben die
Teilnehmer/innen der Führungen und die
Besucher/innen der Ausstellungen ihr Votum
abgegeben. Und das Votum der vox populi, Karin
Wehner und ich haben es ausgewertet, wie der
Fachleute war einmütig. Die Fachfrau und die
Fachmänner haben die künstlerische Qualität wie
die Projektrelevanz der einzelnen Beiträge
bewertet. Ich selbst habe nicht mitgestimmt. Ich
habe auch keinen Bewertungsbogen abgegeben. Ich
habe wohl eine Meinung. Die Künstler/innen sind
mir zum Teil sehr nah gekommen. Was ich ihnen zu
sagen habe, bleibt der gemeinsamen Auswertung
vorbehalten. Die Entscheidung für die Arbeit, in
der Votum der Jury und vox populi sich trafen,
fiel so eindeutig aus, dass der Preis an eine
Person gegeben und nicht geteilt oder gar
gedrittelt werden musste.
Genug der Vorrede. Das Wort hat nun Prof. Dr.
Schneider. Ihnen allen danke ich, und rufe Ihnen
zu: Danke fürs Mitgehen und noch viele gute Tage
und geruhsame Nächte bis zur gangart 2008 – so
Gott will, sie wieder kommen und wir leben.
Hans Dieter Bechtel, Leiter der gangart 2006 |
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1. Bischofsheimer Kunstpreis
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Der erste Bischofsheimer Kunstpreis, der im Rahmen
der "gangart 2006" verliehen wird, geht an Nezaket
Ekici.
Die Künstler hätten sich in den vergangenen
zehn Tagen Altbewährtem bemächtigt, um dem einen
neuen Wert beizumessen und neue Sichtweisen zu
schaffen, sagte Prof. Wolfgang Schneider in seiner
Rede zur Verleihung des Preises. Der Professor für
Kulturpolitik nannte auch das Rezipieren von Kunst
durch Aufmerksamkeit, Offenheit und der Versuch
des Verstehens Arbeit. Prof. Wolfgang Schneider,
Dr. Isolde Schneider und Prof. Wolf Spemann hatten
als Fachleute die Arbeiten aller 20 Künstler
besucht und beurteilt.
Viele Besucher der Gangart haben außerdem ihr Votum
für den Kunstpreis abgegeben, so dass eine
einmütige Wahl auf die 36-jährige Nezaket Ekici
fiel. Die Deutsch-Türkin habe mit ihrem Video, in
dem Bischofsheimer ihren Namen erklären, ein
Wechselspiel zwischen Vertrautheit und Fremdheit
geschaffen. Es finde ein Nachdenken über
Identitäten, Kommunikation und Orte statt. "Was
wissen wir übereinander? Manchmal noch nicht
einmal den Namen", sagte Prof. Wolfgang Schneider, einer der
drei Juroren, der auch die zweite Installation der
in Stuttgart und Berlin lebenden Künstlerin
würdigte.
Prof. Wolfgang Schneider, einer der drei
Juroren, lobte den "Mut zur Melange", denn die
Installation
"Islamic Chapel" aus schwarzem Stoff mit
ausgestanzten Suren und goldenem Kreuz vereinigt
zwei Weltreligionen. Die Kapelle lasse zusätzlich
den alten Rundlockschuppen zu einem Kunstraum
werden, zeigte sich Schneider begeistert.
Ausdrücklich zu würdigen sei das kommunikative
Projekt für zehn- bis zwölfjährige Mädchen von
Barbara Beisinghoff in Zusammenarbeit mit Volker
Schütz. "Denn wo sollen die zukünftigen
Kulturverständigen herkommen, wenn ästhetische
Erziehung nicht zum Bestandteil unseres
Lebenscurriculums gehört?"
Besonders erwähnt und gewürdigt wurde auch die
Videoinstallation von Carolyn Krüger, die in der
ehemaligen Trafostation auf dem Gelände der
Deutschen Bahn zu sehen war. Die Sprengung der
Frankfurter Bahnzentrale, die damit im vielleicht
nächsten Abbruchprojekt zu sehen ist, sei schon
ein eindringlicher Eindruck, lobte Schneider.
"Fällt uns in unserer Welt denn nichts anderes
mehr ein als die Verwertbarkeit derselben?"
Lobend erwähnt wurden die Arbeiten von Peter
Schulz. Seine „Raumbezeichnung“ sei eine
körperliche Aktion und auch deshalb besonders,
weil der Künstler bei seiner Arbeit zu beobachten
ist. Spinnenweben, Schimmel oder einfach Spuren,
jeder Betrachter könne eigene Assoziationen beim
Betrachten der mit Bleistiften bezeichneten Wände
in einem kurz vor dem Abbruch stehenden Wohnhaus
entwickeln. Hier werde auch die Vergänglichkeit
von Kunst deutlich. Man solle doch darüber
nachdenken, den Gebäudekomplex zum Weltkulturerbe
zu erklären, witzelte Schneider, dem es sichtlich
leid tat, dass mit dem Abbruch auch die
Raumbezeichnungen verschwinden.
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Rede von Hans Dieter Bechtel
(PDF)
Ansprache von Prof.
Wolfgang Schneider
"names" und
"Islamic Chapel" von Nezaket Ekici
Pressemeldungen |
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Aufbauphase |
| 11. -
14.09 |
Werkprozesse
Aufbau durch die Künstler/innen
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gangart 2006
15. - 24. September
11 bis 20 Uhr
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Fr 15.09
Sa 16.09
So 17.09
Mo 18.09
Fr 22.09
Sa 23.09
So 24.09 |
Eröffnung
Prof. Dr.
Wolf Spemann, Wiesbaden
Theodor-Heuss-Schule um 17:00 Uhr
Gespräche mit Künstler/innen
Quartiersbüro um 19:00 Uhr
two voices + a piano
fit for life
Georg-Mangold-Schule um 19:30 Uhr
roundtable
Wohnen wir nur hier oder leben wir hier schon?
Georg-Mangold-Schule um 19:30 Uhr
Theaterwerkstatt Mainz
Elfriede Jelinek - Ein Sportstück
Georg-Mangold-Schule um 20:00 Uhr
Gespräche mit Künstler/innen
Quartiersbüro um 16:00 Uhr
Kunstpreisverleihung
Reinhard Bersch, Bürgermeister und Roger Lenhart,
MdL
Vortrag Prof. Dr. Wolfgang
Schneider, Hildesheim
Theodor-Heuss-Schule um 11:00 Uhr
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Terry Keegan -
Wie im Wohnzimmer |
Mo 11.09
Di 12.09
Di 19.09
Do 21.09 |
Gustavsburg,
Gerberhaus um 20:00 Uhr
Ginsheim, St Marien um 20:00 Uhr
Theodor-Heuss-Schule um 20:00 Uhr
Theodor-Heuss-Schule um 20:00 Uhr |
Fr 15.09
Sa 16.09
So 17.09
Fr 22.09
Sa 23.09 |
Ruth Geiersberger
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gib mir ein ding von dir
Sammlung der Habseligkeiten:
jeweils 15:00 - 19:00 Uhr,
So 11:00 - 14:00 Uhr
im Friseursalon Süssmann am Friedrich-Ebert-Platz
Habseligkeiten Tauschbörse:
Sa 23.09. ab 19:00 Uhr
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Veranstaltungsort
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65474
Bischofsheim (bei Mainz)
Info im Quartiersbüro in
der
Friedrich-Ebert-Str. 29,
Fon 06144-970610
E-Mail:
Kunst[at]gangart2006.de
Lageplan |
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Die gangart 2006 greift konkret, vor Ort, das Thema
"Integration" auf.
Das 11 ha große, diesjährige
Projektgebiet "Am Alten Gerauer Weg” liegt am Süd-Ost-Rand von Bischofsheim. Hier
leben zurzeit rund 1.100 Menschen unterschiedlicher
Nationalitäten.
Die Nationalitätenstatistik (Stand
01.01.2004) gibt eine Anmutung. Das Ortsbild von Bischofsheim
lässt indes nicht erkennen, dass hier Menschen aus 85
Nationen leben. Leider sind in der Religionsstatistik die
Nicht-Christen nicht weiter aufgeschlüsselt. Der Anteil an
Muslimen dürfte etwas über 1.000 betragen. Insgesamt ist der
Ausländeranteil im Gebiet mit 32% doppelt so hoch wie in den
übrigen Ortsteilen Bischofsheims. Viele Ausländer haben
bereits Wohneigentum erworben.
Die gangart 2006 greift das zentrale Thema des
Projektes "Soziale Stadt" auf, das die Nassauische
Heimstätte" gerade im Gebiet "Am Alten Gerauer Weg" begonnen
hat.
Für ihren Aktionszeitraum ist die gangart 2006 Teil des
Projektes der "Sozialen Stadt". Die Einbindung in das und
die Verbindung mit diesem Projekt verleihen der Aktion eine
größere Nachhaltigkeit.
Teilnehmer/innen
an der gangart 2006
Barbara Beisinghoff, Dreieich
Farid Ben Yahia, Reinheim
Bernd Brach, Wiesbaden
Nezaket Ekici, Berlin
Nicole Fehling, Wiesbaden
Ruth Geiersberger, München
Wolfgang Gemmer, Wiesbaden
Frank N. Hoffmann, Karlsruhe
Brigitte Kottwitz, Frankfurt Carolyn Krüger, Frankfurt
Sibylle Mayr, Wiesbaden
Jeanette Oellers, Esslingen
Jürgen Schirrmacher
Wolfgang Schliemann, Wiesbaden
Nic Schmitt
Peter Schulz, Mandel
Susanne Schwarz, Wiesbaden
Axel Schweppe, Wiesbaden / Köln
Annegret Soltau, Darmstadt
Tünde Vas
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