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WOLF SPEMANN
BILDHAUER
DR. PHIL. UNI. PROF. I. R.
SCHÖNE AUSSICHT 9A
D – 65193 WIESBADEN
TEL.: 0611 – 521432
FAX: 0611 - 9599361
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www.spemann-skulpturen.de
Wiesbaden, September 06
Eröffnung „gangart 2006“ am 15. 09. 2006
Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Internet erschien auf der Seite „Forum“ der gangart –
Website ein knapp zweiseitiger Beitrag, der das gesamte
Vorhaben diskriminiert. Der oder die Schreiber setzen
als Name ein Pseudonym darunter. Ich finde das so feige,
dass ich auf derartige Anwürfe nicht eingehe. Das
Internet bietet leider die Möglichkeit der Anonymität.
Wer sie nützt, ist in meinen Augen stillos und keine
Antwort wert. Damit ist diese Angelegenheit für mich
erledigt.
Nun zu dem erfreulichen Teil der gangart 2006.
21 Künstlerinnen und Künstler haben sich daran
beteiligt. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist unglaublich
breit gefächert und einmal mehr ein Beispiel dafür, dass
Künstler, wenn man ihnen weitgehend freie Hand lässt,
bewusst oder unbewusst zu Seismographen der seelischen
und geistigen Befindlichkeit unserer Gesellschaft
werden. An ihren Arbeiten können wir ablesen, wie unsere
Gesellschaft zur Zeit beschaffen ist, wo sie Probleme
hat und was von der Mehrzahl verdrängt wird.
Immanuel Kant hat vor etwa 250 Jahren verlangt, dass wir
uns immer wieder der Mühe um die Klärung der Begriffe
unterziehen müssen. Dazu muss man kein Philosoph sein.
Wer Begriffe in seinem Denken und seiner Sprachen nicht
von Mal zu Mal auf’s neue klärt, landet unversehens bei
unscharfen Formulierungen und dann wird allgemeines
Kauderwelsch daraus. Also habe ich versucht, die Fülle
der Darbietungen auf unterschiedliche Weise zu ordnen
und zu benennen.
Meine erste Frage lautet: was haben diese 21
Künstlerinnen und Künstler gemeinsam? Gehören sie z.B.
einer Generation an? Das ist nicht der Fall. Bei gangart
2006 wirken Kinder zwischen 10 bis 12 Jahren ebenso mit,
wie 65 jährige, d.h. drei Generationen sind vertreten.
Zweite Frage: haben sie sich vergleichbar streng an das
vorgegebene Thema gehalten?
6 Künstler haben sich streng daran gehalten. Es heißt in
diesem Jahr, wie Sie wissen: „weitergehen – angehen –
zusammengehen“.
9 haben das Thema respektiert ohne sich eng daran
gebunden zu fühlen, und 6 haben das Thema weit
ausgelegt. Das war ihnen von vorne herein zugestanden
und sagt nichts über die Qualität der Arbeiten aus. Die
Antwort auf meine zweite Frage fällt aber nicht so
eindeutig aus, dass sie uns bei einer Einsicht in die
Zusammenhänge zwischen den gezeigten Arbeiten weiter
hilft. Im dritten Anlauf habe ich versucht, die
Kunstgattungen, die wir hier antreffen, an den Künstlern
und ihren Arbeiten fest zu machen. Das hilft uns weiter.
Drei der 21 Künstlerinnen und Künstler haben Namen, von
denen ich nicht weiß, wie sie richtig ausgesprochen
werden. Ich bitte das zu entschuldigen. In dieser
Verlegenheit kommt mir Nezaket Ekici mit einem Beitrag
zur gangart 2006 zu Hilfe. Sie ist in der Türkei
geboren, 1970 als dreijähriges Kind nach Deutschland
gekommen und er zeigt in einer Video - Installation
Bewohner von Bischofsheim, die ihre Namen erklären.
Das ist die Möglichkeit einer ersten Annäherung, die wir
nutzen sollten.
Zu den frühesten Kunstgattungen der Menschheit gehören –
wie Sie wissen – Zeichnung, Malerei, Plastik und
Architektur. Barbara Beisinghoff hat in Zusammenarbeit
mit Volker Schütz und mit sieben Kindern zwischen zehn
und zwölf Jahren ein „Freundschaftsbuch“ hergestellt.
Jedes Kind hat sich selbst als ganze Figur gezeichnet
bzw. auf einer Metallplatte eingeritzt, so dass ein
Druckstock entstand. Zeichnungen also, bei denen schon
die Vervielfältigung mitgedacht war.
Auch Peter Schulz zeigt uns Zeichnungen, aber sie sind
ganz anderer Art und ich gehe später darauf ein.
Farid Ben Yahia vertritt als einziger die Malerei, in
dem er Tafelbilder in Öl auf Leinwand herstellt. Eine
Technik also, die wir seit der Renaissance kennen.
Skulpturen und Plastiken werden sie nicht finden, aber
Wolfgang Gemmer zeigt Objekt – Kunst. Diese Gattung kann
sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts neben der Plastik
halten. In seinem Fall handelt es sich um eine
Raumgestaltung, also ein Environment aus ready mades,
das heißt aus Industrieprodukten. Es sind Maurerkellen,
mit denen man – wie er sagt – Wohnhäuser ebenso bauen
kann wie Gefängnisse.
Ende der 60ger Jahre des letzten Jahrhunderts entstand
eine Richtung in der Bildenden Kunst, die man
„Spurensicherung“ nennt. Bernd Brach hat ihr entsprochen
und eine Bandstahlplastik der 50er Jahre gerettet, die
zu der Betriebskantine der Deutschen Bahn gehörte. Das
Gebäude soll abgerissen werden,
weil es in eine Moschee umgewandelt werden sollte. Brach
montierte dieses Relief auf eine kreisrunde grüne Platte
und erinnert damit an islamische Symbole. So schafft er
eine Verbindung zwischen den Kulturen, die hier in
dieser Gemeinde nebeneinander existieren.
Architektur kann natürlich in wenigen Tagen nicht
entstehen, aber Sibylle Mayr hat außen an der
Architektur „Am Alten Gerauer Weg“ gearbeitet. Sie
schafft durch ein gehäkeltes Band eine gedankliche
Verbindung zwischen einem Laden, einem Gebetsraum und
einer Wohnung. Durch die Art, wie das Band verläuft,
schafft es eine kulturgeschichtliche Symbolik eigener
Art.
Wo Architektur ist, entsteht auch Innenarchitektur. Die
Bildende Kunst hat sich in der
zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gelegentlich
deren bemächtigt und Innenräume gestaltet. Sie wurden
mit dem italienischen Begriff „Ambiente“, also Umgebung,
oder mit dem amerikanische Begriff „Environment“
benannt. Beides fällt heute unter den Dachbegriff
Installation. Nezaket Ekici, die ich anfangs schon
einmal nannte, hat eine christliche Kapelle mit Zeichen
islamischen Glaubens verbunden und verweist dadurch auf
den gemeinsamen, abrahamitischen Kern beider
Buchreligionen. So ist eine typische Rauminstallation
entstanden.
Ruth Geiersberger sammelt und sortiert kleine,
belanglose Alltagsgegenstände und bietet sie zum
austauschen, eintauschen und umtauschen an. Sie agiert
auf die Weise mit Gegenständen unserer
Wegwerfgesellschaft. Wir leiden gelegentlich an deren
erdrückender Überfülle, wohingegen sie in anderen Zonen
dieses Planeten noch Mangelware sind. Ihre Aktion nähert
sich innerhalb von gangart 2006 der Grenze zwischen
bildender Kunst und darstellenden Künsten. Immerhin
haben wir es bei Ruth Geiersberger noch mit Gegenständen
zu tun.
Frank Hoffmann ist der Überzeugung, dass schon ein paar
Wörter in einer fremden Sprache helfen können, Barrieren
und Ausgrenzungen zu überwinden. Er wählt die Wörter
„Petersilie und Schnittlauch“, schreibt sie auf
Plakatwände in wenigen Sprachen und hofft, dass diese
Plakate in anderen Sprachen, die man in Bischofsheim
antrifft, ergänzt werden. Dazu stellt er „rollende
Kräutergärten“ auf, so dass ein Integrationsmodell
daraus wird, bei dem jeder mitmachen kann.
Peter Schulz und Tünde Vas zeigen hier in der Theodor -
Heuss – Schule ganztägig eine Video Installation, die
noch zur bildenden Kunst zählt, während sie täglich um
19 Uhr eine Performance vorführen, die in meinen Augen
schon zu den
Darstellenden Künsten zählt. Darin geht es ihnen um
Träume, Wünsche, Hoffnungen und Ängste.
2004 gründete Peter Schulz die „Spielstädte“, eine
Initiative, die durch kleine Irritationen irgendwann in
dieser Woche, irgendwo in Bischofsheim den Alltagstrott
selbstverständlichster Normen infrage stellt. Er
arbeitet zusammen mit Nic Schmitt,
die ansonsten als Regie – und Produktionsassistentin
arbeitet. Auch das ist eine Performance, der der
Darstellenden Kunst näher steht als der Bildenden Kunst.
Susanne Schwarz dreht zusammen mit Migrantinnen aus 9
verschiedenen Kulturkreisen einen Film nach dem Märchen
“Der kleine Muck“. Damit setzt sie das dritte Wort im
Titel unserer gangart 2006 direkt in die Tat um:
„zusammengehen“.
Das zweite Wort unseres Themas heißt „angehen“, d.h.
nicht nur planen, sondern umsetzen, realisieren, und das
gilt für alle, die hier mitmachen, insbesondere für Hans
– Dieter Bechtel, der als Initiator der gangart jetzt
schon zum dritten Mal alle zwei Jahre mit enormer
Zähigkeit, einem kolossalen Aufwand an Zeit, Kraft und
nicht zuletzt, wenn man an die vielen nicht bezahlten
Arbeitsstunden denkt, an Geld, Kultur in Bischofsheim
schafft und zur Diskussion stellt.
Das erste Wort unseres diesjährigen Themas lautet
„weitergehen“. Es führt mich nachher zu 7 Künstlerinnen
und Künstlern, die ihren Weg sehr gerade weitergehen und
für die „gangart 2006“ eine Gelegenheit bietet, in einem
vorerst unbekannten Umfeld ihre neuen Arbeiten zu
zeigen.
Zuvor will ich aber noch auf Nicole Fehling zu sprechen
kommen. Sie hat die offen oder unterschwellig
vorgetragenen Anliegen der bisher genannten 14
Künstlerinnen und Künstler in drastischer Form auf den
Punkt gebracht. Nicole Fehling befasst sich mit dem
Thema „Mauer“, das ja mit Deutschland seit 1956
untrennbar verbunden ist. Was im Großen in Berlin stand,
dann nach 1989 in den Köpfen anfangs noch wuchs, und
jetzt hoffentlich langsam zerfällt, hat Nicole Fehling
auf Bischofsheim projiziert. Die einen nennen solche
Mauern „praktische Problemlösungen“, weil sie einem den
Anblick vom Elend derer erspart, die nicht oder noch
nicht in Sicherheit und Ordnung leben können. Für die
anderen ist es ein Ghetto.
Nun zu denen, die das Gewicht auf das Wort „weitergehen“
gelegt haben und ihr ganz persönliches Anliegen
darstellen. Annegret Soltau hat aus Reststücken ihrer
international bekannten Montagen menschlicher Körper
künstliche Wesen kreiert.
Es entstehen neue „generativ“ - Bilder, an denen man
ihren Stil unweigerlich sofort erkennen kann.
Peter Schulz hat im vergangenen Jahr eine Zelle im
Mainzer Gefängnis mit Bleistift ausgezeichnet. Da knüpft
er nun gedanklich an und bezeichnet die Wände in einem
Abrisshaus am Friedrich – Ebert – Platz. Der Begriff
„bezeichnen“ ist mehrdeutig. Ich habe ihm von Schulz
übernommen. Er passt zu dem Begriff „bemalen“. Zeichnung
hat hier völlig andere Funktion als bei Barbara
Beisinghoff und den 7 Kindern, die ihr Selbstportrait
gezeichnet haben. Für ihn ist das Zeichnen mit mehreren
Bleistiften gleichzeitig eine freie körperliche Aktion.
Seine eigene Körperbewegung geht gewissermaßen fließend
in die Graustufen über, die durch die Bleistiftstriche
entstehen.
Seit vielen Jahren kann man Axel Schweppe und seinen
Klanginstallationen im Rhein - Main – Gebiet begegnen.
Von Mal zu Mal – so habe ich den Eindruck – werden sie
reicher an Material für alle Sinne. In Bischofsheim 2006
spielt im Hintergrund ein Film. Rhythmusmaschine und
Filmgeschwindigkeit werden vom Besucher bestimmt. So
reiht sich die interaktive Klanginstallation nahtlos in
die Folge seiner früheren Installationen ein.
Vielleicht haben Sie bemerkt, dass bei den letzten
Künstlerinnen und Künstlern, die ich nannte, von
Installation zu Installation, das Phänomen mehr und mehr
im Mittelpunkt steht und der Ort, an dem es gezeigt
wird, in den Hintergrund tritt.
In einem Computer Video von Brigitte Kottwitz und
Carolyn Krüger dreht sich alles um den Gang des
Menschen. Ohne den aufrechten Gang hätte der Mensch vor
einer Million Jahren die Hände nicht von der
Lauffunktion befreien und für andere Aufgaben nützen
können. Brigitte Kottwitz sammelt Bilder des
menschlichen Ganges, verfremdet sie und visualisiert
Begriffe des Gehens und der Bewegung.
Carolyn Krüger hat einen zweiten Raum alleine gestaltet:
die alte Trafostation am Gerauer Weg. Im Mittelpunkt der
Video – Installation, die sie arrangiert hat, steht die
Sprengung der Frankfurter Bahnzentrale. Das zerfallende
Trafogebäude und die dargestellte Sprengung gehen eine
nahtlose Bindung ein.
Bei Jeannette Oellers geht es um das Phänomen des
Bildausschnitts. Er war früher für Maler ebenso wichtig,
wie er heute auch für Fotografen und Filmregisseure
geworden ist. Beim Betrachten ihres Projektes
„Wechselrahmen“ wird augenfällig dass schon der
Ausschnitt den Ausdruck eines Motivs vollkommen
verändern kann.
Für Wolfgang Schliemann steht der Jazz im Mittelpunkt
seiner Arbeit.
Die „Neue Zeitschrift für Musik“ schreibt, es geht ihm
um „…die Rückholung des Körperlichen in die Musik.“ Er
zeigt uns eine Installation und eine Performance, in der
ein Klangobjekt spielt und dadurch den Raum und die Zeit
für unsere Wahrnehmung verändert.
Jürgen Schirrmacher ist Theatermann und Sänger. Er
bezeichnet sich selbst auf seiner website als Performer.
Zusammen mit Claudia Eckstein und Nora Sieber
wird er am Sonntag in einer Woche einen Tanz, eine
spirituelle performance zeigen. Es ist eine
Veranstaltung des Hospiz Mainspitze, dem auch der
Reingewinn zukommen soll. In der Ankündigung steht der
Satz „ein schlaf aus des bezirk kein wandrer wiederkehrt
?“ Schon in den 80ger Jahren hat Schirrmacher 22
Objektkästen gebaut, in denen der Tod gelegentlich
einbezogen wurde. Bei einer Ausstellung in Schlangenbad
flüsterte einmal eine Besucherin „es ist wie Hochzeit
und Beerdigung zugleich“.
Nun, gegen Ende meiner Ausführungen, will ich allgemeine
Feststellungen zur Kunst äußern und einige Fragen
stellen. Woran liegt es, dass die Mehrheit der Bildenden
Künstler unentwegt weiter arbeiten, gleichgültig, ob sie
ihre Produkte verkaufen können oder nicht ? 70 % der
hier gezeigten Werke lassen sich gar nicht verkaufen.
Sie entziehen sich dem Markt. Wirtschaftliche Aspekte
können dabei mit Sicherheit nicht im Vordergrund stehen.
Ein Grund wird die Freude an der Selbstverwirklichung
sein. Die Lust daran, die eigene Idee umzusetzen und am
Ende auch zu präsentieren. Damit sind wir beim
Darstellungstrieb, der allen Menschen und insbesondere
den Künstlern offenkundig oder verdeckt zu eigen ist.
Manchmal spielt der ästhetische Genuss eine große Rolle.
Das alles ist weitgehend bekannt und Insidern
selbstverständlich. Vor einigen Jahren bin ich auf einen
zusätzlichen Punkt gestoßen, der nur tiefenpsychologisch
zu erklären ist, und den ich Ihnen noch nennen möchte.
Der Kunstgeschichtler und Philosoph Rainer Zimmermann
hat sich die Frage gestellt, „Wozu der Mensch die Kunst
erfand“ und ist zu dem Schluss gekommen, dass es immer
um den Versuch geht, den Tod zu überlisten. 1 )
Könnte es sein, dass die Bildenden Künstler seit
Jahrtausenden - entweder aus eigenem Antrieb oder im
Auftrag – dauerhafte Gegenstände hergestellt haben, die
den Tod überdauern sollten? Hier in Bischofsheim 2006
haben nur noch wenige
mit diesem Ziel gearbeitet. Der Mehrzahl, vor allem den
jüngeren ist offenbar gar nicht mehr daran gelegen,
DAUER herzustellen. Könnte es sein, dass der dringende
Wunsch, DAUER herzustellen ein typisch männliches
Anliegen ist ? Jede Frau, ob sie nun selbst Kinder hat
oder nicht, spürt in sich von der Anlage her die
Möglichkeit,
den eigenen Tod durch ein Kind zu überleben. Beim Mann
ist dieses Empfinden geringer. Könnte es sein, dass mit
dem Ende des Patriarchats auch das Ende einer Kunst
gekommen ist, deren oberstes Ziel es ist, DAUER
herzustellen und zu vermitteln ?
Dafür spricht unter anderem die Wandlung unseres
Totenkultes. An die Stelle von Grabmalen aus Stein
treten Wiesen, auf denen die Asche ausgestreut wird.
Dazu würde auch passen, dass sich unsere Briefkultur
tief greifend ändert. Das 18. Jahrhundert gilt als
Höhepunkt dieser Kommunikationsform in Europa.
Im 19. Jahrhundert hat sie sich noch halten können. Dann
kam das Telefon. Die E - mail scheint dieser Seite
unserer Kultur ein Ende zu setzen. Kürzlich erschien ein
Buch mit dem Titel „Vom Tempo der Welt“. 2) Der Autor
Karlheinz Geissler bringt eine Menge Beispiele, woran
man ablesen kann, dass sich relativ schnell unser aller
Verhältnis zu DAUER und Zeit verändert. Achten Sie
einmal darauf, dass in den letzten 10 Jahren die großen
Uhren an öffentlichen Gebäuden immer seltener werden.
Sie sind überflüssig geworden, weil die tragende und die
junge Generation sich zeitlich über Handys abstimmt.
Ist die Überzahl der Installationen, hier in der gangart
2006, die keine langfristige DAUER mehr vermitteln
wollen, unter anderem in dieser Hinsicht ein Seismograph
der psychischen Befindlichkeit unserer Gesellschaft?
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
1) Zimmermann, Rainer: Die Überlistung des Todes – wozu
der Mensch die Kunst erfand, München, Berlin, 1998
2) Geissler, Karlheinz A : Vom Tempo der04 Welt,
Freiburg 20
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